Hinterm DeichMöve mit Muschel im Schnabel vor Seegras

 

Die Seemöve grüßt  Sie von der Nordsee

 

 

 

 

 

 

Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

Ostfriesland ist die nordwestlichste Region Deutschlands und liegt an der Nordseeküste. Im allgemeinen wird unterschieden zwischen Ostfriesland im historisch-politischen Sinne und dem geografischen Begriff Ostfriesland, der weiter gefasst ist. Das "Ost" in Ostfriesland bezieht sich in erster Linie auf die Tatsache, dass Ostfriesland das östliche Friesland im Gegensatz zu Westfriesland (Nordniederlande) und Nordfriesland (westliches Schleswig-Holstein) ist.

Ostfriesland besteht aus der kreisfreien Stadt Emden sowie den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund. Diese bilden von kleineren Grenzkorrekturen abgesehen das Gebiet des ehemaligen Füstentums Ostfriesland (1464 bis 1744), das später alsRegierungsbezirk Aurich (bis 1978) innerhalb Preußens und später Niedersachsens fortbestand. Die Einwohner dieses Landstriches sind die einzigen, die sich heute noch uneingeschränkt als Ostfriesen bezeichnen. Zudem sind die Stadt und die drei Kreise das Gebiet, das von der Ostfriesischen Landschaft, dem Kulturparlament der Ostfriesen, betreut wird.

Ostfriesland liegt in der warmgemäßigten Zone mit ganzjährigen Niederschlägen. Die Temperaturen sind aufgrund der Nähe zur Nordsee relativ ausgeglichen; die Sommer sind warm, häufig liegt die Höchsttemperatur über 20 °C, doch wird die °30 C-Marke nur an wenigen Tagen erreicht oder überschritten. Die Winter sind im Allgemeinen mild und feucht mit sehr wenigen Eistagen, leichter Frost ist aber jederzeit möglich. Nur selten gibt es Temperaturen unter -10 °C und auch die Anzahl der mittleren Schneetage liegt im einstelligen Bereich.

Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 10 °C und ist somit über dem Mittel Deutschlands. Im Laufe des Jahres fällt im Mittel zwischen 700 und 800 mm Niederschlag. Auf den Inseln sind die Temperaturen im Gegensatz zum Festland noch ausgeglichener; im Winter meist etwas höher, im Sommer etwas niedriger als auf dem Festland.

Frühgeschichte:

Nach der nur archäologisch zu erhellenden Vorgeschichte erschließt sich die Frühgeschichte Ostfrieslands teils über die Archäologie, teils über fremde z. B. römische Quellen. Die Berichte von Plinius, Tacitus und Strabon sind, obwohl ihre Aussagen über Zahl, Verteilung und Form der Siedlungen recht allgemeiner Natur sind, insofern wichtig, als sie einmal davon Kunde geben, dass die deutsche Nordseeküste schon in der Zeit um Christi Geburt bewohnt war. Plinius berichtet von den Chauken, die unter primitiven Verhältnissen im Wattgebiet zwischen Unterelbe und Unterems lebten. In dieses Gebiet drangen wahrscheinlich während der Völkerwanderung von Osten die Sachsen und von Westen die Friesen ein und nahmen das Küstengebiet in dauernden Besitz.

 

Frühkarolingische Zeit:

Klarer lässt sich die Geschichte Ostfrieslands erst ab der frühkarolingischen Zeit nachweisen. Damals existierte ein friesisches Großreich, das weite Teile des heutigen Westfriesland, Ostfriesland und Gebiete bis zur Weser umschloss und von Königen beherrscht wurde, deren Namen teilweise überliefert sind. Einer dieser Großfriesischen Könige ist Radbod, um den sich viele ostfriesische Sagen und Erzählungen ranken. An vielen Orten wird er z. B. durch Straßennamen geehrt.

Unterwerfung durch Karl den Großen

Das Großfriesische Reich war nur von relativ kurzem Bestand und fiel mit der Unterwerfung des östlichen Friesland durch Karl den Großen im Jahre 785 an die Franken.

Unter Karl dem Großen wurde Ostfriesland in zwei Grafschaften geteilt. Zu dieser Zeit setzte die Christianisierung durch die Missionare Liudger und Willehad ein. Ostfriesland wurde zu einem Teil dem Bistum Bremen, zum anderen dem Bistum Münster zugeschlagen.

Mit dem Verfall des Karolingerreiches löste sich Ostfriesland aus den früheren Bindungen. Es entstand ein Verbund selbständiger, selbst verwalteter Bezirke, die jeweils jährlich als ihre Vertreter so genannte „Redjeven“ (Rechtsprecher, Ratsmänner) wählten, die sowohl die Gerichtsbarkeit ausübten als auch die Verwaltung und Organisation ihrer Bezirke regelten. So blieb der im Mittelalter in Europa verbreitete Feudalismus in Ostfriesland unbekannt. Vielmehr verstanden sich die Friesen als freie Menschen, die keiner Obrigkeit verpflichtet waren.

Alljährlich versammelten sich während dieser Zeit, der so genannten Friesischen Freiheit, die vom 12. bis ins 14. Jahrhundert währte, Abgesandte der sieben friesischen Seelande am Upstalsboom nahe Aurich, um dort Recht zu sprechen und politische Entscheidungen von überregionaler Bedeutung zu treffen.

 

Die Ostfriesischen Häuptlinge:

Im Verlauf des 14. Jahrhunderts zerfiel die Redjeven-Verfassung zusehends und weitere Ereignisse wie z. B. der Ausbruch der Pest und große Sturmflutkatastrophen sorgten für weitere Destabilisierung der Verhältnisse. Diese Situation machten sich einige einflussreiche Familien zu Nutze und schufen ein Herrschaftssystem, indem sie als „Häuptlinge (hovedlinge) die Macht über mehr oder weniger weite Gebiete an sich rissen. Dabei etablierten sie weiterhin kein Feudalsystem, wie es im übrigen Europa zu finden war, sondern eher ein Gefolgschaftssystem, das älteren Herrschaftsformen germanischer Kulturen im Norden ähnelte, indem die Bewohner der jeweiligen Machtbereiche zwar in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Häuptling standen, diesem verschiedentlich verpflichtet waren, im Übrigen ihre Freiheit behielten und sich anderweitig niederlassen konnten.

Es folgte eine Zeit, geprägt vom ständigen Streit der Häuptlingssippen um Machtbereiche, Einfluss und Vorherrschaft, die erst endete, nachdem um 1430 Edzard Cirksena sich als Anführer eines Bundes der Freiheit durchgesetzt hatte. Ulrich Cirksena, ein Angehöriger eines der letzten einflussreichen Häuptlingsgeschlechter, wurde von Kaiser Friedrich III. in den Reichsgrafenstand erhoben und wurde mit Ostfriesland als Reichsgrafschaft belehnt. Es gehörte zum Niederrheinisch-Westflischen Reichskreis.

 

 

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